Berlin, 27.09.2014

Das vierte Denkmal

Denkmalweihe zu Ehren des BSV 1892, ehemals Britannia Berlin

  Stein1Nachdem sich die Vertreter des Berliner SV bereits beim Leipziger Traditionstag (2012) zu Ehren des VfB Leipzig interessiert an einer eigenen Veranstaltung zeigten, waren Planung und Vorabbesprechung reine Formsache. Als wohnhafter Berliner übernahm Buchautor und Stadionhistoriker Christian Wolter die Korrespondenz mit Verein und Verband, während „im Hintergrund“ Konzeptionierung und Fördermittelbereitstellung seinen gewohnten Gang ging. Wie auch die Vereinsgründung. Denn seit dem 1. Februar ist die Initiative 1903 ein eingetragener Verein, was die Planungen enorm begünstigte und die Abhängigkeit von Dritten kappte. Ohne Umwege konnte folglich auf direktem Weg organisiert werden. Zum Programm gehörten wie gewohnt informative Vorträge zum Fußballsport in Deutschland (S. Bona) und speziell in Berlin (C. Wolter). Illustriert wurden die Vorträge durch Präsentationen. Auch eine Ausstellung ausgewählter Exponate sowie einiger Bücher Christian Wolters sollte es geben. Jedoch sah der Ablaufplan für 2014 den kulturellen Teil zum Ende vor. Bedenken, es würden sich die Reihen nach dem Spiel schnell lichten, sollten verpuffen. Im Gegenteil. Im Anschluss an das Spiel sollte zünftig gegrillt werden, bevor schließlich gespannt den Vorträgen gelauscht wurde. Wir bedanken uns beim BSV für die uns entgegen gebrachte Herzlichkeit und freuen uns auf weitere Aktivitäten mit und für die „Störche“.

 MannschaftDen sportlichen Höhepunkt und Abschluss des Fußball-Traditionstages bot schließlich ein Fußballspiel zweier Traditionsmannschaften im Stile der frühen Fußballzeit: Gekleidet in klassische Schnürkragentrikots mit historischen Vereinswappen traf eine bunt gemischte Initiative 1903-Traditionsmannschaft auf die Ligamannschaft des BSV 1892. Die 1903-Auswahl kam wie gewohnt zusammen aus ganz Deutschland, davon allein sechs Spieler aus Hessen. – Ein Zeichen dafür, dass die Initiative 1903 nicht nur in Sachsen und beim 1. FC Lokomotive Leipzig und seiner Anhängerschaft angekommen ist, sondern in ganz Deutschland. Klassisch wurde im 2-3-5-System mit braunem Lederball gespielt, wie dies bereits bei den Partien zuvor gegen Karlsruhe und Zürich der Fall war. Die Beherrschung des Spielgerätes war wie erwartet für einige Neulinge, aber auch für die „Stammkräfte“ teils nicht so ohne, denn der Ball erinnerte zeitweise eher an einen Football als an eine 360°-Torfabrik aus dem Hause Adidas. Sei es drum. Sehr engagiert und diszipliniert begannen beide Mannschaften. Zunächst hatte die Berliner Auswahl mehr vom Spiel, erkämpfte sich aufgrund des routinierten Zusammenspiels Räume und Spielanteile, kam regelmäßig vor das Tor der Initiative 1903, doch gelang der erlösende Führungstreffer zunächst nicht. Zu stark war der Torhüter im Kasten der Initiative, ein Leihspieler des BSV 1892. So ging es nach einigen Minuten des Einspielens hin und her auf dem Felde, auch die Initiative 1903 erkämpfte sich zunehmend mehr Spielanteile und war im Spielaufbau über die Außen und das Zentrum stets gefährlich. Aufgrund der Aufstellung mit 5 Stürmern und dem überschaubaren Mittelfeld-/Abwehrverbund boten sich jedoch stets Räume für einen Berliner Konter. Es dauerte jedoch eine ganze Weile, bis die Berliner den Führungstreffer schließlich markierten und der Torhüter Jacobs das erste Mal hinter sich greifen musste. Das 1:0 markierte zugleich den Halbzeitstand. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufhörte, eine fast ausgeglichene Partie mit den besseren Chancen für die Hausherren.

Durch das Umstellen der Abwehr und fehlender Zuordnung resultierend daraus begann es jedoch plötzlich zu klingeln im Gehäuse der Initiative 1903. 4 Gegentore innerhalb kurzer Zeit waren die Konsequenz darauf, womit das Spiel entschieden war. Entschieden voran ging es trotzdem, denn die Initiative 1903 drängte mit unbändigem Siegeswillen und hohem Kampfgeist auf den Anschlusstreffer. Unsportliche Szenen blieben glücklicherweise aus, lediglich zwei Fouls der etwas gröberen Sorte folgten, doch wurde sich sportlich entschuldigt. Dann drehte die Initiative plötzlich auf und begann einen unbändigen Sturmlauf. Nach bewährtem 2-3-5 versorgt durch kick-and-rush, also weite Pässe in die Spitze setzen die 03er dem preußischen Bollwerk enorm zu. Zwei Alu-Treffer gingen voraus, bis es dem jüngsten Spieler auf dem Platz, Tom Schott, gelang, aus gut zehn Metern mit einem sehenswerten Heber über die gesamte Hintermannschaft Berlins ins gegnerische Goal einzusenden. – Hurra, wir leben noch. Was nun folgte, war ein Spiel auf ein Tor, bei dem jedoch leider kein weiterer Treffer entstand. Dennoch sahen die Zuschauer insbesondere in der zweiten Hälfte ein Spiel, das Einbahnstraßenfußball gleich kam. Jedoch mit wechselnden Zielen. Siegreich vom Platz gingen letztlich nach großartigem Kampf die Kicker des BSV, die 7:1mal ins gegnerische Goal einsenden konnten. Damit wanderte auch der Pokal, eine Maxiflasche Champagner, nach Berlin. Herzlichen Glückwunsch!

 Mannschaftsaufstellung Initiative 1903

Tom Schott        Seb. Bona           Seb. Menzel      Marc Leonhardt               Pierre Stephan

Uwe Emmmerich-Kießling          Florian Heck       Holger Böttcher

Jörg Schott         Dirk Goldmann

Philip Jacobs (BSV 92)

 

(Reserve: 2 Feldspieler des Berliner SV 1892 e.V.)